Hier werden
von der RWG-Wetterstation
in Kirchwistedt erfasste und berechnete Wetterkonditionen
beschrieben. Für jede Funktion erhalten Sie in den folgenden Abschnitten eine
meteorologische Erklärung und eine Beschreibung:
Unsere RWG Profi-Wetterstation wird unterstützt von Syngenta-Agro.
Wind
Unter Wind verstehen wir eine Luftbewegung, die ursprünglich durch folgenden
Vorgang
entsteht: Warme und kalte Luftmassen produzieren Gebiete mit verschieden hohen
Luftdrücken,
die sich dann untereinander ausgleichen, als Resultat entsteht Wind.
Die Wetterstation misst Windgeschwindigkeit und Windrichtung (die Richtung
aus der der Wind bläst).
Temperatur
Die Wetterstation misst mit einem externen Temperatur-Sensor,
die Aussentemperatur. Bei der drahtlosen Konsole ist es
auch möglich, zusätzliche Temperatur-Stationen zur Messung an verschiedenen
Orten zu
verwenden.
Scheinbare Temperaturen
Die Wetterstation berechnet drei verschiedene "scheinbare Temperaturen":
Wind Chill, Hitze Index
und Temp./Feuchte/Sonne/Wind Index (THW Index),
welche in den
folgenden Abschnitten genauer beschrieben werden.
Beim Wind Chill handelt es sich um
einen Effekt, der uns die Luft "kälter" fühlen lässt, als dies
tatsächlich der Fall ist. Dieses Phänomen ist sehr leicht erklärbar: Ist die
Lufttemperatur
niedriger als unsere Körpertemperatur, so gibt dieser Wärme an die ihn umgebende
Luftschicht
ab. Zwischen unserem Körper und der Umgebungsluft entsteht so eine "isolierende
Luftschicht", welche uns sozusagen nicht die wirkliche Temperatur spüren lässt.
Wird nun
durch Windeinfluß diese "Isolationsschicht" weggeblasen, empfinden wir daher die
herrschende Temperatur kälter, als ohne Windeinfluß. Dieser Effekt
tritt spürbar erst ab einer
Temperatur von weniger als +7° C auf. Das bedeutet, je größer die
Windstärke ist, desto
niedriger empfinden wir die Temperatur. Bei höheren Temperaturen, hat die
Windstärke keinen
Einfluss auf die "gefühlte Temperatur" und der Wind Chill ist daher gleich der
Temperatur.
Der Hitze Index, oder auch
Temperatur/Feuchte-Index (T-F Index), sagt aus, wie warm wir
die Luft momentan empfinden. Die entscheidende Größe für diesen Messwert liefert
dabei die
Luftfeuchtigkeit. Der Hitze Index
kommt erst ab Temperaturen über +14°C zum Tragen.
Auch hier ist die Erklärung recht einfach:
Je höher die Luftfeuchtigkeit ist, umso weniger Wasserdampf kann die Luft
zusätzlich aufnehmen.
Unser Körper regelt seinen Temperaturhaushalt bei hohen Aussentemperaturen durch
Verdunstung von Wasser über die Hautoberfläche. Bei diesem Vorgang wird Energie
verbraucht,
was zur Abkühlung führt.
Je höher nun der Sättigungsgrad der Umgebungsluft mit Wasserdampf ist, desto
weniger, bzw.
langsamer wird der Wasserdampf unserer Haut von ihr aufgenommen. D.h. die
natürliche
Kühlung unseres Körpers wird verlangsamt oder sogar gestoppt, was zu einer
Überhitzung mit
Hitze-Stress- oder erhöhtem Hitzschlag-Risiko führt.
Der Hitze Index ist deshalb ein wichtiger
Indikator, wie wir unseren Körper bei der jeweiligen
Wettersituation belasten können.
Der THW Index ist ein Messwert, der
die Faktoren des Wind Chill und des
Hitze Index, sowie
den Einfluss der aktuellen direkten Solarstrahlung, auf unser
Temperaturempfinden kombiniert.
Mit dieser Messung haben Sie einen sehr exakten Indikator, für die
Belastungsfähigkeit unseres
Organismus bei momentanen Wetterbedingungen.
Relative Luftfeuchtigkeit
Die Luftfeuchtigkeit an sich gibt den Wasserdampfgehalt der Luft an. Wie viel
Wasserdampf
die Luft aufnehmen kann, hängt stark von deren Temperatur und dem Luftdruck ab.
Man
spricht deshalb von relativer Luftfeuchtigkeit.
Sie beschreibt den momentanen Wasserdampfgehalt
der Luft, als Prozentwert zur maximal möglichen Aufnahmemenge bei gegebenen
Verhältnissen. Die relative Luftfeuchtigkeit
stellt also keinen absoluten Wert der Feuchtigkeit
dar. 100% relative Luftfeuchte bedeutet
daher nicht, dass man sich unter Wasser befindet.
Es heisst lediglich, dass die Luft momentan nicht mehr Wasserdampf aufnehmen
kann und
eine Sättigung vorhanden ist.
Die absolute Luftfeuchtigkeit wird in Gramm-Wasserdampf / Kubikmeter-Luft
angegeben:
So kann z.B. Luft mit einer Temperatur von 0°C, 5g Wasserdampf aufnehmen; Luft
mit einer
Temperatur von 20°C bereits 17g und bei 30°C sind bereits 30g Wasserdampfgehalt
möglich.
Jeder dieser Zustände entspricht dabei 100% relativer
Luftfeuchte.
Ist die Luft nicht mit Wasserdampf gesättigt, so enthält sie weniger als 100 %.
Wird Raumluft
mit 60 % relativer Luftfeuchte von
beispielsweise 18 ° C auf 25 ° C erwärmt, hat sie, obwohl
die absolute Wassermenge konstant bleibt, nur noch 40 % relative Feuchte.
Umgekehrt wird
bei der Kühlung von Luft irgendwann der sogenannte Taupunkt erreicht.
Das ist der Punkt, an
dem die Luft die Marke von 100 % Feuchte erreicht und das enthaltene Wasser
nicht mehr
dampfförmig bleibt. Es entsteht Kondensat (z.B. feuchte Ecken in
Wohnräumen, oder Wolken
und Nebelbildung im Freien).
Die relative Luftfeuchtigkeit ist ein
wichtiger Indikator für die Bestimmung der Evapo-
Transpiration von Pflanzen und feuchten Oberflächen, da warme trockene Luft eine
hohe
Kapazität für die Aufnahme von Wasserdampf besitzt.

Taupunkt
(dew point)
Der Taupunkt ist jene Temperatur, bei der
die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist
(100% relative Luftfeuchtigkeit). Bei weiterer Zuführung von Wasserdampf
oder weiterer
Abkühlung der Luft kommt es zur Kondensation. Der
Taupunkt ist ein wichtiger Indikator
für die Vorhersage von Dunst, Nebel oder Wolkenbildung (Wolkenuntergrenze in der
Luftfahrt).
Da die Temperatur mit der Höhe abnimmt, kann durch die Differenz zwischen
Taupunkt und
Aussentemperatur die Höhe der Kondensationsvorgänge bestimmt werden
(Wolkenbildung).
Liegen z.B. Taupunkt und Lufttemperatur in
den Abendstunden sehr nahe beieinander, ist die
Wahrscheinlichkeit von Nebelbildung während der Nacht sehr hoch. Der
Taupunkt gibt auch
einen Hinweis auf den Wassergehalt der Luft: Hohe
Taupunkt-Werte bedeuten einen hohen
Wasserdampf-Anteil der Luft und tiefe Werte einen niedrigen Wasserdampf-Anteil.
Ebenso ist es möglich, mit dem Taupunkt-Wert
die tiefsten Nachttemperaturen vorher zusagen.
Vorausgesetzt es ziehen während der Nacht keine neuen Wetterfronten auf, gibt
Ihnen der Taupunkt-Wert am Abend die tiefste
Temperatur der Nacht an.
Niederschlag
Die Wetterstation bietet 4 verschiedene Funktionen zur Aufzeichnung des
Niederschlags: "Regenschauer", "Niederschlag täglich", "Niederschlag
monatlich" und
"Niederschlag jährlich". Die Konsole berechnet auch die
Niederschlagsrate, durch
Messen des Zeitintervalls zwischen zwei 0,25 mm Impulsen.
Barometrischer Luftdruck
Das Gewicht der Luft unserer Atmosphäre erzeugt einen bestimmten Luftdruck auf
der
Erdoberfläche. Dieser Luftdruck wird auch atmosphärischer Luftdruck genannt. Je
mehr
Luft sich über einer Fläche befindet, desto höher ist der atmosphärische
Luftdruck. D.h. der
atmosphärische Luftdruck ändert sich mit der Höhe. Unterschiedlich hoch gelegene
Orte
haben daher auch unterschiedlichen Luftdruck. Um einen "generellen" Luftdruck zu
erhalten,
wird dieser daher auf mittlere Meereshöhe umgerechnet. Dieser Luftdruck ist dann
der
allgemein bekannte barometrische Luftdruck
(im Mittel 1013,2 mBar oder hPa).
Der barometrische Luftdruck ändert sich
ebenfalls mit den lokalen Wetterbedingungen und ist
damit ein wichtiges Werkzeug für die Wettervorhersage. Hoher Luftdruck steht
immer in
Verbindung mit warmen Luftmassen, während tiefer Druck auf kalte Luftmassen
hindeutet.
Für Vorhersagezwecke ist die Änderung des Luftdruckes generell wichtiger als
dessen
absoluter Wert. Steigender Luftdruck
bedeutet stets eine Verbesserung der Wetterbedingungen
und umgekehrt.