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13.11.2009

USDA-Schätzung vom 10. Nov. 2009

Erste witterungsbedingte Korrektur an US-Maisernte - nicht die letzte!

Das USDA hat in seiner jüngsten Schätzung zur Weltgetreideernte erstmals Abstriche an der noch im Gang befindlichen US-Maisernte gemacht. Verspätete Aussat im Frühjahr, kühle Witterung mit Frost und Dauerregen im Oktober haben die Maisernte erheblich verzögert. Das zehrt an den Flächenerträgen. Die Schätzung wird jetzt auf 328 Mio t im Vergleich zu den Vormonaten mit über 331 Mio t veranschlagt.

Aber noch ist das Ende offen. Nach dem jüngsten US-Erntebericht vom Mo, 08. Nov. sollen erst 37 % der über 300 Mio. t großen Maisernte eingebracht worden sein. Im langjährigen Durchschnitt hätten um diese Zeit bereits 82 % unter Dach und Fach gebracht sein müssen. Die Wetteraussichten für die nächsten 10 Tage sehen jedoch nur vereinzelte Niederschläge im bestimmten Gebieten des US-Maisgürtels voraus. Auch die Frostgefahr wird vorerst niedrig eingeschätzt, so daß mit einem weiteren zügigen Fortgang (etwa 12 bis 15 Prozentpunkte je Woche) der Ernte aus heutiger Sicht gerechnet wird. Allerdings bleibt die Frage offen, ob und inwieweit die restliche Zeit ausreicht, die letzten 10 bis 20 % der Maisernte einzubringen. Experten gehen davon aus, daß eine hinreichend genaue Schätzung erst im Jan./Febr. 2010 möglich sein wird. Bis dahin werden noch einige Überraschungen erwartet.

Die Börsen haben mit einer deutlichen Stabilisierung der Maispreise reagiert. Die Kurse notieren knapp unter der magischen 400 UScent je bushel-Grenze, das entspricht 15,72 US-$ je dt bzw. 10,62 €/dt (bei 1,48 $/€). Der Weizenpreis ist gleich mit angezogen und notiert umgerechnet bei 13,13 €/dt. Die Euronext in Paris folgt mit der entsprechenden Abmilderung durch den Eurokurs brav hinterher.

Terminkurse an der CME für Mais                                              . . .  bzw. für Weizen

ZC%20Z9  ZW%20Z9

Kursentwicklung an der Euronext in Paris vom 11.11.09

Liefer-

monat

Nachfrage

Angebot

Handels-stand

+/- Preis

Kurs

Vortag

OI5

Jan 10

131.5

131.75

131.5

+2.00

129.5

44489

Mar 10

133

133.5

133.5

+2.00

131.5

30363

May 10

134.75

135

135

+1.75

133.25

31766

Aug 10

120

144

-

-

144

0

Nov 10

142

143.25

143

+1.75

141.25

14745

Die Preise haben ihre Bodenbildung verfestigt. Inwieweit sich ein stabiler Aufwärtstrend für die weitere Entwicklung verfestigen wird, ist vorerst noch in Frage zu stellen.

Wenn man die USDA –Schätzung für die Welternte 2009/10 insgesamt betrachtet, dann ist nach wie vor von der zweitgrößten Ernte in der Geschichte auszugehen. Über 670 Mio. t Weizen (Vorjahr 682 Mio t) und 1,09 Mrd. t sonstiges Getreide führen zu einem Gesamtangebot, das zwar nur knapp über dem Verbrauch liegt. Aber mit einem Endbestand von 365 Mio t (Vorjahr 354 Mio t) bzw. einem Stock to use ratio von 20,8 % (Vorjahr 20,7 %) ist die weltweite Versorgungslage deutlich über der preiskritischen Marke von 18 % anzusiedeln. Andererseits liegt der langjährige Durchschnittswert bei rd. 20 %. Es ist daher von einer gut durchschnittlichen Versorgungslage auszugehen, die gegenüber ernsthaften Ernteausfällen aber durchaus empfindlich verschlechtert werden kann. Eine Ernteminderung zwischen 40 und 50 Mio t reicht, um die magischen 18 % zu erreichen, die kräftige Preisturbulenzen zur Folge hat. Solch hohe Korrekturen der Schätzergebnisse sind derzeit nicht in Sicht. 

Es bleibt daher bei der Einschätzung, daß große Preissprünge zum Frühjahr hin zurzeit wenig begründet erscheinen. An den Börsen deuten die geringen Veränderungen zu den späteren Terminen im Frühjahr ebenfalls auf keine gravierenden Preisbewegungen hin. Dennoch sollte man den Markt im Auge behalten und dabei insbesondere auf folgende Entwicklungen achten:

·         Weiterer Fortgang der US-Maisernte

·         Ausgang der gerade begonnenen australischen Ernte („El Nino“)

·         Weiterer Verlauf der schwachen argentinischen Ernte (Nov bis Jan)

·         Entwicklung des Rohölkurses

·         Entwicklung des Eurokurses

Amerikanische Kommentatoren weisen auf die Möglichkeit hin, daß bei geringen US-Ernteschäden die Getreidekurse durchaus noch einmal Schwächetendenzen bringen können, weil der US-Export trotz geringen Dollarkurses  zu wünschen übrig läßt. Sollte das zutreffen, werden wir es in Europa auch zu spüren bekommen.

Fazit

Die weltweite Getreideversorgung bleibt gut durchschnittlich. Daher bleiben die Preise auf mittlerem bis leicht unterdurchschnittlichen Niveau gemessen an Mehrjahreswerten. Dennoch bleibt der Getreidemarkt nicht ohne Spannungen und ist durchaus anfällig für  größere Versorgungsstörungen, die durch die verzögerte US-Maisernte, dem El Nino-Phänomen in Australien, der schwachen argentinischen Ernte sowie durch Außeneinflüsse von Rohöl- und Dollar-/ Eurokursen ausgelöst werden können.

Die ganz großen Preisbewegungen sind vorerst nicht zu erwarten. Die kleineren Kursänderungen sind kaum lagerkostendeckend. Kontraktabschlüsse auf die neue Ernte 2010 erscheinen zurzeit noch reichlich früh, obwohl vereinzelt Weizen mit 12,00 €/dt ex Ernte 2010 abgeschlossen wurde.

© H.Breker

 

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