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16.11.2009
Hohe Ernteerwartungen im Ölsaatenmarkt – geringe Preisbewegungen
Der mit Vorrang betriebene Sojabohnendrusch in den USA hat mittlerweile 80 % der auf 90 Mio. t geschätzten Ernte erreicht. Wenn sich diese Zahlen trotz etlicher Bedenken bestätigen sollte, wird eine Rekordernte in den USA eingebracht werden. Zusätzlichen Auftrieb für die Einschätzung einer reichlichen Marktversorgung verursachen die hohen Prognosen des USDA vom 10. Nov. 09 für die südamerikanischen Ernten. Argentinien soll 53 Mio. t (Vorjahr 32 Mio. t) und Brasilien 63 Mio. t (Vorjahr 57 Mio. t) im Frühjahr 2010 einfahren. Damit würden die Defizite des letzten Dreivierteljahres mehr als ausgeglichen. Die errechenbaren Endbestände würden auf 57,5 Mio. t (Vorjahr 47 Mio. t) ansteigen und zum zweitgrößten Endbestand in der Geschichte werden.
Allerdings sind einige Vorbehalte gegen über diesen Prognosen angebracht. In Teilen Argentiniens gab es bisher nach wie vor zu wenig Niederschlag für die Aussaat und Keimungsphase. In der eiwöchigen Wettervorschau sind vereinzelte Regenschauer angekündigt, aber wenn in den nächsten 2 bis 3 Wochen keine grundlegende Besserung eintritt, muß wieder mit geringeren Ernteergebnissen gerechnet werden.
Demgegenüber sind ausgiebige Niederschläge in Brasilien bis zu 150 % über Normalniveau gefallen, fast schon zuviel des Guten.

Die hohen Ernteprognosen scheinen die Börsennotierungen nur wenig zu berühren. Die Terminkurse an der CME in Chicago reagieren mit minimalen Kursänderungen auf vergleichsweise hohem Niveau. Auch die Kurse für Canola-Raps in Kanada bewegen sich in engen Bahnen. Begrenzte Bewegung ist auch bei den Euronextkursen in Paris zu finden.
Der Dollarkurs scheint keinen Ehrgeiz zu entwickeln, dauerhaft über die Hürde von 1,50 $ je € zu steigen. In der letzten Zeit wurde diese Marke immer wieder angepeilt, aber nicht nenneswert überschritten.
Die Rohölkurse bekommen ebenfalls heftigen Widerstand, wenn sie knapp über die 80 $ je barrel-Marke steigen. Gleichwohl wird in den späteren Terminen zum Frühjahr 2010 zu diesen höheren Kursen gehandelt.
Die Preise für Palmöl befinden sich seit Wochen in einer Seitwärtsbewegung. Große Impulse scheinen vorerst nicht von daher zu kommen. Aber die zunehmende Verwendung von Sojaöl in Südamerika zur Verwendung von Biodiesel führt dazu, daß die fehlenden Mengen an pflanzlichen Ölen durch das preiswerte Palmöl ersetzt werden sollten.
Palmölpreise in Malaysia Verwendung von Sojaöl in Südamerika



2006/07 Fuel = Kraftstoff 2009/10
Fazit:
Der Ölsaatenmarkt befindet sich in einer spannenden Übergangssituation. Die Versorgungslage wird für das kommende Jahr 2010 sehr hoch prognostiziert, ist aber aber angesichts der aktuell erkennbaren Witterungsbedingungen mit einigen Fragezeichen verbunden. An den Börsen jedenfalls gab es keine Hinweise für fallende Kurse. Das könnte sich jedoch mit Bestätigung der hohen Schätzungen durch tatsächliche Erntefeststellungen und Aussaatflächen durchaus noch ändern.
© H.Breker